Regenbogen

Re|gen|bo|gen ['re:gn̩bo:gn̩], der; -s, -:
optische Erscheinung in Gestalt eines bunten Bogens am Himmel (der entsteht, wenn bei Regen die Sonne scheint):
nach dem Gewitter erschien ein Regenbogen über dem Wald.

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Re|gen|bo|gen 〈m. 4; süddt., österr., schweiz. 4u〉 farbiger Bogen an Regenschauern, die von der Sonne beschienen werden

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Re|gen|bo|gen, der [mhd. regenboge, ahd. reginbogo]:
bunter, in mehreren abgestuften Farben leuchtender Bogen, der an dem der Sonne gegenüberliegenden Teil des Himmels durch Brechung des Sonnenlichts im Regen entsteht:
ein R. entsteht, zeigt sich, verschwindet allmählich;
die sieben Farben des -s.

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I
Regenbogen,
 
atmosphärisch-optische Erscheinung, die entsteht, wenn die hinter dem Beobachter stehende Sonne eine vor ihm befindliche Regenwolke oder -wand bescheint. Der Regenbogen besteht aus einem leuchtenden, meist bunten Hauptregenbogen von etwa 42º Halbmesser und 1,5º Breite, oft auch noch aus einem zweiten, lichtschwächeren Nebenregenbogen von 51º Halbmesser mit 3º Breite und zuweilen weiteren sekundären Bögen, die innerhalb des Haupt- oder außerhalb des Nebenregenbogens auftreten können. Der gemeinsame Mittelpunkt liegt auf einer vom Sonnenmittelpunkt durch das Auge des Beobachters gehenden Geraden. Von einem erhöhten Standpunkt ist gelegentlich ein voller Kreis sichtbar. Ein bunter Hauptregenbogen hat von innen nach außen die Farbfolge Violett, Indigo, Blau, Grün, Gelb, Orange, Rot (sieben sprichwörtliche Regenbogenfarben), beim Nebenregenbogen umgekehrt. Dazwischen liegen ohne scharfe Grenzen alle Zwischenfarben, sodass es nicht möglich ist, eine genaue Anzahl für die Farben des Regenbogens anzugeben. Der Regenbogen entsteht nach der einfachen Theorie von R. Descartes (1637) durch Brechung und Reflexion der Sonnenstrahlen in den einzelnen Regentropfen. Die bei deren Ein- und Austritt stattfindende Brechung zerlegt das Sonnenlicht in ein kontinuierliches Farbspektrum, die Reflexion lenkt die Strahlen in das Auge des Beobachters. Einmalige Reflexion im Tropfen ergibt den Haupt-, zweimalige den Nebenregenbogen. Unterschiede in Breite, Färbung u. a. werden durch verschiedene Größen der Regentropfen verursacht. Die genaue Farbenfolge, die mit der Tropfengröße veränderlich ist, kann jedoch nur unter Berücksichtigung der Beugung befriedigend erklärt werden; die entsprechende Regenbogentheorie stammt von G. B. Airy (1838). Fast weiße Regenbögen (bei Tropfengröße von maximal 0,05 mm) heißen Nebelregenbögen. Vom Mond verursachte Regenbögen sind sehr selten, lichtschwach und fast stets weiß. Regenbogenähnliche Erscheinungen sieht man häufig an Springbrunnen und Wasserfällen.
 
II
Regenbogen,
 
Spruchdichter, um 1300. Die wenigen Nachweise über sein Leben bezeugen einen »cantor« namens »Regenpogen« 1302 im südtirolischen Mittewald und (nach der Entdeckung von sechs Strophen in der »Briefweise«) auch im westlichen und nördlichen Deutschland. Neben diesen sechs Strophen gelten von den insgesamt circa 1 500 Strophen (in 38 Handschriften) vorerst nur zwei Minnestrophen sowie traditionell fünf lehrhafte Sprüche in der Manesischen Liederhandschrift als authentisch. Das Bild Regenbogens wurde v. a. von den Vertretern des Meistersangs geprägt, die ihn sowohl zu den »zwölf alten Meistern« wie auch zu den »vier gekrönten Meistern« zählten und ihm den Vornamen »Barthel« (seit dem 16./17. Jahrhundert) und den Beruf eines Schmieds gaben. Eine Begegnung Regenbogens mit Frauenlob, als dessen Konkurrent er galt, ist wahrscheinlich.
 
 
R. Schröder: Die R. zugeschriebenen Schmiedegedichte, in: Lit. u. Laienbildung im Spät-MA. u. in der Reformationszeit, hg. v. L. Grenzmann u. a. (1984);
 F. Schanze: R., in: Die dt. Lit. des MA. Verfasserlex., begr. v. W. Stammler, hg. v. K. Ruh u. a., Bd. 7 (21989);
 
Repertorium der Sangsprüche u. Meisterlieder des 12. bis 18. Jh., hg. v. H. Brunner u. a., Bd. 5 (1991).
 
III
Regenbogen,
 
Otto, klassischer Philologe, * Neumarkt (Schlesien) (heute Środa Śląska) 14. 2. 1891, ✝ Heidelberg 8. 11. 1966; war 1925-35 und seit 1945 Professor in Heidelberg; hauptsächlich Arbeiten zu griechischen Prosaschriftstellern.
 
Werke: Eine Forschungsmethode antiker Naturwissenschaften, in: Quellen und Studien zur Geschichte der Mathematik, herausgegeben von O. Neugebauer u. a. Reihe B, Band 1, H. 2 (1930); Lukrez. Seine Gestalt in seinem Gedicht (1932); Theophrastos von Eresos (1940).
 
Übersetzung: Thukydides. Politische Reden (1949).

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Re|gen|bo|gen, der [mhd. regenboge, ahd. reginbogo]: bunter, in mehreren abgestuften Farben leuchtender Bogen, der an dem der Sonne gegenüberliegenden Teil des Himmels durch Brechung des Sonnenlichts im Regen entsteht: ein R. entsteht, zeigt sich, verschwindet allmählich; die sieben Farben des -s.

Universal-Lexikon. 2012.

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